Sie sind jung, sie sind schwarz, sie sind erfolglos: die Musiker Albert, Euripides und Otis. Noch. Denn als der berüchtigte Dealer Gusto in den Knast muss, nimmt Sänger Albert einfach dessen Namen an und die Band nennt sich nun "CB 4". Das ist "Cell Block 4", der Zellenblock, in dem der Dealer sitzt und der überall gefürchtet ist. Von nun an behauptet Albert, er hätte dort selbst gesessen. Dank dieses Gangster-Images will jeder ihre Musik. Sie bekommen einen Plattenvertrag und schnell sind sie im Rap-Olymp angekommen. Doch je höher der Aufstieg umso tiefer ist der Fall ...

Eine frühe Regiearbeit der ehemaligen Musikvideofilmerin Tamra Davis (Depeche Mode, Sonic Youth), die später mit Filmen wie "Bloody Wedding - Die Braut muß warten" und "Not A Girl" auch das Mainstream-Kino bediente. Hier taucht sie in das L.A. der Neunzigerjahre ein, in der HipHop- und Rapbands nur so aus dem Boden schossen, und nimmt Davis vor allem die Kultband N.W.A. aufs Korn, mit der sie zuvor einige Musikvideos gedreht hatte. So ist "CB 4" nicht nur ein gelungenes Zeitbild, in dem zahlreiche Westküsten-Rapper Gastauftritte haben, sondern auch eine witzige Parodie um den Aufstieg und Fall so genannter Gangsta-Rapper. Dass Davis nicht übertrieb, zeigte die weitere Entwicklung der US-HipHop, der in der Folgezeit zahlreiche prominente Musiker zum Opfer fielen. Man denke nur an Tupac Shakur ("Gridlock'd - Voll drauf!"), der 1996 in Las Vegas von Unbekannten ermordet wurde, oder aber an dessen ewigen Rivalen "Notorious B.I.G.", der 1997 in L.A. erschossen wurde.

Foto: Eurovideo