In Palermo kommt es zu einer Serie von mysteriösen Morden. Alle Opfer sind Mitglieder der Camorra. Die Polizei verdächtigt zuerst die rivalisierenden Camorra-Clans, aber die werden selbst von der Angst gepackt. Eine Gruppe von Frauen erklärt sich für diese Taten verantwortlich. In einer von Männern dominierten Gesellschaft, in der nur Profit und Gewalt herrschen, bedienen sich auf einmal die Frauen der brutalsten Mittel, um dem Drogenhandel in der Stadt ein Ende zu bereiten.

Bei den Berliner Filmfestspielen 1986 gab es sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum einen großen Sieger: Lina Wertmüllers "Camorra". Die italienische Regisseurin, die ihr Handwerk unter anderem als Assistentin Federico Fellinis lernte, nutzte die Kriminalgeschichte als Rahmen für ein imposantes Sittengemälde. Ein Sittengemälde voll praller Vitalität, unzähmbaren Leidenschaften, Liebe und Haß, Ehre und Verrat, Sex und Gewalt. Neapel, die Stadt, die die Regisseurin für "die schönste der Welt" hält, ist nicht einfach die Kulisse des Films, sondern spielt gewissermaßen eine Hauptrolle.