Kurz nachdem sich Marieke von ihrem Freund getrennt hat, wird sie brutal überfallen. Völlig verstört zieht sie sich in ein heruntergekommenes Haus in Zeeland zurück. Hier versucht sie, sich nicht in der Opferrolle zu ergehen und lässt auch Gedanken der Rache zu. Als sich Marieke auf eine Beziehung mit dem netten Nachbarn einlässt, wird sie schwanger. Doch sie verliert dadurch auch mehr und mehr die Kontrolle über ihr Leben ...

Die niederländische Filmemacherin Esther Rots erzählt hier eine ungewöhnliche, weil extreme Geschichte. Die kalte Winterzeit und der schlechte Zustand des Hauses sind gleichzeitig ein Spiegel des Seelenlebens der Protagonistin, die sich bewusst von der Außenwelt abschottet. Dabei nimmt die Kamera oft eine extreme Perspektive ein, rückt der Protagonistin extrem dicht auf die Pelle oder nimmt sogar mal ihre Sichtweise ein. Trotz einiger (bewusst quälenden) Längen zeigt der Film die Hilflosigkeit der Hauptfigur fast schon schamlos. Ein unangenehmes, aber auch faszinierendes Werk über die intime Verarbeitung eines Traumas.

Foto: Arsenal Institut