1920 in der Nähe von Bremen geboren, gehört Cato Bontjes van Beek zu den vielen, heute fast vergessenen Widerstandskämpferinnen gegen das NS-Regime. Cato verbrachte ihre Kindheit in der Künstlerkolonie Worpswede. Die Tochter des Keramikers Jan Bontjes van Beek und der Tänzerin und Malerin Olga Bontjes van Beek - ihr Onkel war der Landschaftsmaler Otto Modersohn - verspürte schon früh den Wunsch, ebenfalls Künstlerin zu werden. Doch in Berlin lernte sie in den Dreißigerjahren schnell die dunklen Schattenseiten der Nazi-Herrschaft kennen. Mit Kriegbeginn wandte sich die junge Frau auch aktiv dem Widerstand zu. Ihr Leben endete wie das so vieler Widerständler gegen Hitler und den Nationalsozialismus. Cato Bontjes van Beek wurd am 5. August 1943 zusammen mit 15 anderen Frauen und Männern im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee mit dem Fallbeil hingerichtet.

Stellvertretend für eine ganze Generation heute beinahe vergessener Widerstandskämpfer und -kämpferinnen erzählt Filmemacherin Dagmar Brendecke hier die Geschichte der Cato Bontjes van Beek, die im Alter von nur 23 Jahren wegen ihres Freiheitswillens und Gerechtigkeitssinns hingerichtet wurde. Die Regisseurin zeichnet das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die sie mit Hilfe ihrer Briefe wieder lebendig werden lässt. Außerdem besuchte und befragte Brendecke Catos Schwester, ihren Bruder und natürlich ihre Freunde. Und sie traf einen Mann, dem Cato im Gefängnis nahe kam, ohne ihn jemals zu sehen. Ein wichtiger Film, der zeigt, dass es neben dem "Der 20. Juli" um Stauffenberg, "Die Weiße Rose" um die Sophie Scholl - Die letzten Tage oder die Kölner Edelweißpiraten noch weitaus mehr Menschen gab, die bereit waren, für ihre Überzeugung zu sterben.

Foto: RealFiction