Kriegsende 1946: Am Morgen des 20. Januar dankt Charles de Gaulle als Präsident der Übergangsregierung ab. Damit wollte er die neue Verfassung verhindern, die die Macht nicht allein auf das Staatsoberhaupt sondern vermehrt auf das Parlament konzentrieren sollte. Außerdem hatte de Gaulle darauf spekuliert, dass ihn die Franzosen in Kürze reuevoll zurückholen würden. Doch er hatte sich getäuscht und mit seinem Rücktritt begann eine zwölfjährige Durststrecke voller Einsamkeit und Desillusion. Diese Isolation kannte er bereits aus den Tagen vor dem Mai 1940 und noch mehr aus der Zeit des Londoner Exils, bevor er gegen den Opportunismus vieler auf eine Fortsetzung des Kampfes gegen die deutsche Besatzung und später der Résistance beharrt hatte. Seine Entschlossenheit wurde nach Kriegsende gewürdigt und ermöglichte ihm 1947 die Gründung der RPF, der "Sammlung des französischen Volkes". Mit dieser anfänglich erfolgreichen Bewegung hoffte er, eine neue Verfassung durchzubringen. Um auch das Volk von der Notwendigkeit einer tiefen Reform zu überzeugen, durchkreuzte er ganz Frankreich. Doch der große Durchbruch ließ auf sich warten und es sollte noch zwölf lange Jahre dauern, bis Charles de Gaulle an die Spitze des Staates gelangte ...

"Ich bin Frankreich!", so eine Behauptung konnte nur der französische General und Staatsmann Charles de Gaulle (1890-1970) wagen, der im Zweiten Weltkrieg tatsächlich alleiniger Vertreter des Landes gegenüber den Alliierten geworden war. In dieser zweiteiligen TV-Biografie listet Regisseur und Autor nicht nur die historischen Fakten und Zusammenhänge auf, sondern zeigt darüber hinaus fiktive Stationen aus dem Privatleben des berühmten Franzosen, der von Bernard Farcy verkörpert wird. Farcy, der in Deutschland besonders durch seine Auftritte als Polizeichef in der kommerziell erfolgreichen "Taxi"-Reihe bekannt wurde, beweist hier, dass er nicht nur in Klamaukfilmen zu überzeugen weiß, sondern auch ein versierter Charakterdarsteller ist. Dafür wurde er 2006 für den International Emmy Award als bester Darsteller nominiert.

Foto: arte F/Gilles Scarella