Zehn Jahre ist es her, seit Anna das letzte Mal in ihrem nordnorwegischen Heimatdorf war. Mittlerweile lebt sie zusammen mit ihrem Freund Mathias in Berlin und hat sich dort ein Leben als erfolgreiche Modedesignerin aufgebaut. Der Tod ihrer Großmutter führt sie nun zurück an den Ort ihrer Kindheit. Doch von einer heiteren Heimkehr, einem idyllischen Besuch bei ihrem Großvater Johannes, einer herzlichen Familienatmosphäre oder freudigen Erwartungen kann nicht die Rede sein. Der Empfang ist unterkühlt, ihr Großvater spricht kaum mit ihr. Schließlich bricht alles auf. Peu à peu kommt alles auf den Tisch. Anna erfährt wie schwer das Leben ihrer Großeltern nach ihrem Weggang war, ihre Jugendliebe Hårvard taucht wieder auf und sorgt für Verwirrung und auch ihre verdrängte Vergangenheit kommt erneut ans Licht ...

Eine Geschichte, wie sie schon oft erzählt wurde. Nachdem sämtliche Verbindungen gekappt und über Jahre hinweg nicht wieder aufgenommen wurden, entwickelt sich die Rückkehr an die Orte und zu den Personen der eigenen Vergangenheit zum Problemfall. Regisseur und Drehbuchautor Rune Denstad Langlo, der bereits mit "Nord" Einblicke in das nordnorwegische Provinzleben gegeben hat, gelingt hier eine recht klischeefreie Darstellung dieser bekannten Geschichte. An melancholischen Momenten wird natürlich nicht gespart und auch humorvolle Einlagen fehlen nicht. Besonders überzeugend sind Sven-Bertil Taube ("Verblendung") als eigenbrötlerischer Großvater, der sich nur langsam gegenüber seiner Enkelin öffnet, und Marie Blokhus ("Jackpot - Vier Nieten landen einen Treffer"), die ihren Part als Rückkehrerin Anna bis ins Detail beherrscht.



Foto: Neue Visionen