Lissabon 1946: Gemeinsam mit seinem Bruder Hermínio bricht Manuel Luciano in die Neue Welt auf. Die beiden Brüder folgen damit dem Wunsch ihres Vaters, der schon Jahre zuvor nach Amerika übergesiedelt war. Doch Manuel kehrt schon bald nach Portugal zurück, um sein Medizinstudium abzuschließen. Als promovierter Arzt geht er wieder in die Vereinigten Staaten und praktiziert in einem amerikanischen Krankenhaus. In seiner Freizeit forscht er über die großen Entdeckungen der portugiesischen Seefahrer. Auf seiner Hochzeitsreise schließlich gelangt er an das Kap von Sagres, der Ort, an dem Heinrich, der Seefahrer, einst seine Schule errichtet hatte und der zum Ausgangspunkt der großen Entdeckungsfahrten wurde. Zurück in New York besucht Manuel, nun in Begleitung seiner Frau Sìlvia, die Freiheitsstatue und das Denkmal, das zu Ehren von Christoph Kolumbus errichtet wurde. Er erläutert ihr seine Theorie, dass Kolumbus in Wahrheit Portugiese war. Geboren wurde Kolumbus danach in dem kleinen Örtchen Cuba im Alentejo, weshalb er die von ihm entdeckte größte Karibikinsel so benannte ...

Bereits viele Filmemacher haben sich seit Stummfilmzeiten mit der Persönlichkeit des Christoph Kolumbus beschäftigt, man denke etwa an jüngere Werke wie John Glens "Christopher Columbus: Der Entdecker" oder Ridley Scotts "1492 - Die Eroberung des Paradieses". Während beide in das Leben ihres Helden eintauchten, wählte der portugiesische Meisterregisseur Manoel de Oliveira, der dieses Werk im Alter von 99 Jahren in Szene setzte, einen völlig anderen Ansatz. Erstmals auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2007 außerhalb des Wettbewerbs vorgestellt, nähert sich de Oliveira seinem Helden in diesem autobiografisch gefärbten Werk über die Geschichte eines Mannes, der sich Zeit seines Lebens mit dem Phänomen Columbus auseinander gesetzt hat und glaubt beweisen zu können, dass Kolumbus ein Portugiese gewesen ist. Oliveira über dieses Alterwerk: "Dieser Film ist weder wissenschaftlich noch historisch, noch ist er seinem Wesen nach autobiografisch. Er stellt vielmehr eine Art romantisierte Fiktion dar, die die Erinnerung an die großartige Leistung der seefahrerischen Entdeckungen wachruft ..." Das hat Oliveira wie immer meisterhaft in wunderbaren Bildern eingefangen, doch die Geschichte ist zu unausgegoren und zu sprunghaft inszeniert, um wirklich fesseln zu können. So bleibt dies das Alterswerk eines außergewöhnlichen Filmemachers, das gleichzeitig eine Liebeserklärung an seine Frau Maria Isabel de Oliveira ist, die neben ihrem Mann als alter Manuel Luciano in die Rolle von dessen gealterter Ehefrau schlüpft.

Foto: ZDF/Filmes do Tejo/Sabine Lancelin