Während des Bosnienkriegs beobachtet der junge serbische Soldat Marko gemeinsam mit seinem Freund Nebojsa, wie vier Soldaten den muslimischen Kioskbesitzer Haris wegen einer Belanglosigkeit brutal zusammenschlagen. Als Marko dazwischen geht, wird er von Offizier Todor und dessen Handlangern zu Tode geprügelt. Zwölf Jahre später bittet der Sohn von einem der Mörder bei Markos Vater Ranko um Arbeit. Nebojsa ist inzwischen Chirurg und muss erschreckt feststellen, dass ausgerechnet Todor auf seinem OP-Tisch landet. Haris lebt mittlerweile mit seiner Familie in Deutschland. Doch auch hier lässt ihn die Vergangenheit nicht in Ruhe. Denn Markos damalige Freundin Dana bittet ihn um Schutz vor ihrem prügelnden Ehemann. Allen Beteiligten gemein: Ihr Leben bewegt sich schicksalhaft zwischen der Frage nach Rache oder Vergebung.

Der serbische Filmemacher Srdan Golubovic beleuchtet in diesem Drama eindrucksvoll die Nachwirkungen des unfassbaren Krieges, wählte als Ausgangspunkt eine schockierende Tat, deren Ausgang man aber erst am Ende zu sehen bekommt. Alle Figuren kommen von der Vergangenheit nicht los, handeln aber unterschiedlich. Während die einen ihr Heil in Vergebung suchen, spielen andere lange mit Rachegedanken. Golubovic folgt dabei nicht immer stringent einem dramatischen Faden, sondern verzettelt sich in der ein oder anderen Darstellung manchmal auch in Nebensächlichkeiten. Insgesamt aber ist dies ein spannendes Stück Zeitgeschehen, denn die Geschichte basiert auf einem wahren Vorfall aus dem Jahr 1993.



Foto: Barnsteiner