Claude Sautet gehört zu den großen Regisseuren des internationalen Kinos. Schon mit seinen frühen Action-Filmen "Der Panther wird gehetzt" (1959) und "L'arme à gauche" (1965) zeigte er einen Filmstil, der in seiner Eleganz zu einem Markenzeichen des französischen Films wurde . Es war nicht dieNouvelle Vague, die ihn zum Film brachte; er lernte sein Handwerk als Assistent von Georges Franju und Jacques Becker und sah seine Vorbilder bei den Meistern des klassischen französischen Kinos wie Jean Renoir und Julien Duvivier. So entstanden zwischen 1960 und 2000 Filme wie "Die Dinge des Lebens" (1969), "Das Mädchen und der Kommissar" (1970), "César und Rosalie" (1972), "Ein Herz im Winter" (1992), "Nelly & Monsieur Arnaud (1995), in denen Stars wie Romy Schneider, Michel Piccoli, Yves Montand, Lino Ventura, Michel Serrault, Emmanuelle Béart Hauptrollen spielten, und doch war das kein Starkino, das Claude Sautet inszenierte.

Sautet war kein Freund auffälliger Effekte, er verstand es vielmehr, seine Arbeit hinter den Geschichten und Figuren transparent zu machen. Sautet war ein Perfektionist und er war auch ein Anhänger des produktiven Unvorhergesehenen.Die Magie, die von seinen Filmen ausgeht, vermittelt sich mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit, wie er sie hergestellt hat, bleibt unsichtbar. Doch darüber hat er kurz vor seinem Tode am 22. Juli 2000 in einem 15-stündigen Interview gesprochen. Diese Tonaufzeichnung ist der rote Faden dieser Dokumentation, mit zahlreichen Ausschnitten aus fast allen Filmen Sautets. Über ihre Arbeit mit dem Regisseur erzählen Schauspieler wie u.a. Michel Piccoli und Emmanuelle Béart, der Drehbuchautor Jean-Loup Dabadier, der Komponist Philippe Sarde und Freunde und Kollegen wie Yves Robert und Bertrand Tavernier. Claude Sautet muss man nicht entdecken, er hat seinen Platz im europäischen Film. Die Wiederbeschäftigung mit ihm kann jedoch dazu führen, ihn als einen Regisseur zu sehen, der in die erste Reihe des modernen Kinos gehört.