"Ich suche einen Kurs." "Den für neuen Lebensmut?" In diesem kurzen Dialog der beiden Protagonisten Mike (Alex Ozerov) und Miranda (Bea Santos) liegt die Quintessenz der deutsch-kanadischen Produktion. Mit entwaffnender Komik schildert die deutsche Neuentdeckung Florian Cossen ("Das Lied in mir", 2010) in der Tragikomödie den Leidensweg des Teenagers Mike.

Dieser lebt in der Einöde der kanadischen Wälder und träumt davon, sich aus seinem trostlosen Leben zu schleichen. Mit einem Kopfschuss will er sich Erleichterung verschaffen, landet aber bloß mit einer Wunde im Krankenhaus. Nicht einmal seinen Suizid hat er hingekriegt!

Wie einen Sechser im Lotto empfindet er dann die ärztliche Diagnose, die ihm einen Tumor im Kopf bescheinigt. Auf einmal glücklich, fiebert er seinem Tod entgegen. Aber ausgerechnet jetzt erwachen in ihm Gefühle für die zauberhafte Miranda.

Schwarzhumorige Indie-Perle

Elena von Saucken und Daniel Schlachter sind für das wunderbare Skript verantwortlich, das gerade in Momenten der Tragik den Humor nie verliert. Regisseur Florian Cossen komponierte daraus eine zauberhafte Inszenierung mit morbiden Zügen, die Feinheiten des Lebens erkennt und still feiert. Als in Mike romantische Emotionen aufkeimen, begehen die drei nicht den Fehler, nun eine klassische Liebesgeschichte aus ihrer Indie-Perle zu machen, sondern bleiben ihrer Eigenwilligkeit treu. Als deutscher Mime darf sich einmal mehr Sebastian Schipper (Regisseur von "Victoria") beweisen.

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