Dorset in Südengland 1834. Die Familien Loveless, Stanfield und Hammett leben wie viele Bauernfamilien dieser Gegend an der Armutsgrenze. Als ihr Herr ihren ohnehin schmalen Lohn noch kürzt, gründen die Männer mit einigen Gleichgesinnten eine Vereinigung, um ihre Interessen in Zukunft besser vertreten zu können. Die heimlichen Versammlungen bleiben dem Grundbesitzer Frampton nicht lange verborgen, und er strengt ein Gerichtsverfahren gegen die "Verschwörer" an. Das Urteil für die führenden Köpfe der Gruppe lautet: sieben Jahre Deportation nach Australien. Erst nach Jahren harter Zwangsarbeit, Entbehrungen und Demütigungen werden die Männer auf Betreiben eines Gewerkschaftskomitees begnadigt und bei ihrer Rückkehr nach London stürmisch gefeiert.

Mit seinem aufwendigen Filmepos "Rebellion der Rechtlosen" griff der britische Regisseur Bill Douglas auf einen historischen Fall zurück. Als die "Sechs Märtyrer von Tolpuddle" sind die Männer in die Geschichte Großbritanniens eingegangen. Der Film zeichnet den Leidensweg dieser Vorkämpfer der britischen Gewerkschaftsbewegung nach und entwirft zugleich das Porträt einer im politischen und wirtschaftlichen Umbruch begriffenen Gesellschaft zur Zeit der industriellen Revolution. Der Regisseur hat jedoch noch einen weiteren Erzählstrang in seinen atemberaubend fotografierten Film verwoben. Immer wieder präsentiert er in kleinen Szenen und Episoden die Vorläufer der bewegten Kinobilder. Ob ein wandernder Schattenspieler, eine Laterna-magica Vorstellung auf dem Jahrmarkt oder ein begeisterter Fotokünstler in Australien: Die Magie von Licht und Schatten, die Lust an den illusionären Bildern durchzieht den Film wie ein roter Faden. So ist "Rebellion der Rechtlosen" auf doppelte Weise ein spannender Beitrag zur Geschichte des Kinos.