Irland in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Auf dem Lande scheint die Zeit still zu stehen. Das Leben fließt ruhig vor sich hin. Doch unter der Oberfläche gären die Konflikte zwischen den Alten und den Jungen, zwischen den Einwohnern und den gesellschaftlichen Außenseitern, zwischen Liebe und Hass. Jack Murphy bewirtschaftet mit seinem Vater Frank und seinem älteren Bruder Con eine Farm. Seit dem Tod der Mutter lebt Frank in tiefer Verbitterung und Einsamkeit. Dementsprechend hart und streng handhabt er die Erziehung seiner Söhne. Con ist alt genug ist, um sich zu wehren und findet zudem Halt in seiner Liebe zu der hübschen Sarah. Jack hingegen flüchtet in die Freiheit der Natur. Die einzige Bezugsperson, sein alter Onkel, stirbt. Zur Beerdigung erscheint Miriam, die Schwester von Jacks Mutter. Sie zieht vorübergehend auf die Farm. Mit ihr offenen und herzlichen Art scheint die Zeit der Hoffnungslosigkeit und Verbitterung zu verschwinden. Doch nur vorübergehend wirkt sich Miriams Anwesenheit positiv aus. Denn mit der Befreiung verschütteter Emotionen werden auch alte Wunden wieder aufgerissen. Das Geheimnis um den Tod der Mutter wird aufgedeckt, die Konflikte eskalieren. Sarah wird vom eigenen Onkel vergewaltigt und verlässt den Ort, Con wird zu brutaler Gewalt angestiftet und bricht mit seinem Vater, Miriam kehrt zurück in ihre Stadt. Nichts ist wie zuvor. Alles scheint zerstört. Doch Jack und sein Vater haben endlich zueinander gefunden.

Mit "Country" inszenierte Kevin Leddy ein faszinierendes Spielfilmdebüt. Die Idylle der irischen Landschaft stellt er den verkrusteten Seelenlandschaften seiner Protagonisten gegenüber. Freiheit und Offenheit der Natur stehen im Widerspruch zu Verschlossenheit und Gefangenheit der Menschen. Das ruhige, klare Erzähltempo ist eingebettet in berauschende Impressionen voller Farbe, Licht und Kontraste. Die ästhetische Stilsicherheit ist schlichtweg beeindruckend. Auf dem Filmfestival in Edinburgh 2000 wurde "Country" mit großem Erfolg gezeigt.