In der malerischen südfranzösischen Hafenstadt Sète hat es der Arbeiter Slimane Beiji in den Sechzigerjahre nicht leicht. Die Arbeit wird schwerer, der Lohn wenigern. Obwohl er geschieden, sucht er die Nähe seiner Familie. Kein Wunder also, das die ewigen Streitereien stets aufs Neue beginnen. Mehr und mehr fühlt sich Slimane völlig nutzlos. Dennoch träumt er davon, eines Tages ein eigenes Restaurant zu eröffnen ...

Ein weiteres Beispiel für ein Werk des in Frankreich immer populärer werdenen "Cinéma Beur", jenem Kino, das sich mit nordafrikanischen Einwanderern und deren Nachkommen beschäftigt und mit Werken wie "Tee im Harem des Archimedes" (1985) oder "Hass" (1994) schon erste Blüten trieb. Regisseur Abdellatif Kechiche ("Voltaire ist schuld") konnte mit seinem Film 2008 gleich vier Césars einsacken (bester Film, beste Regie, bestes Originaldrehbuch und beste Nachwuchsdarstellerin). Die Geschichte mutet zunächst wie eine Alltagsbeschreibung an, wird aber zunehmend komplexer, stellt viele Figuren vor und verliert sich manchmal in arg dialoglastige Passagen. Leiche Kost wie das titelnde Menü indes ist diese Story nicht. Doch trotz vieler anstrengender und angestrengter Momente bietet Kechiche in über zweieinhalb Stunden eine überzeugende Alltagsbeschreibung.

Foto: Arsenal