Einfühlsam befragt die Holländerin Hedy Honigmann in ihrem Dokumentarfilm "Crazy" UN-Soldaten nach ihren Erinnerungen an die Einsätze, nicht nur, aber vor allem auf dem Balkan. Hier gibt es den Fast-Selbstmörder ebenso wie den, der sich in der Fremde verliebt. Der holländische UN-Soldat lebt heute mit seiner bosnischen Frau im Westen. Er ist jedoch ebenso von seinen Erlebnissen gezeichnet wie all die anderen. Immerhin kann er mit seiner Frau darüber reden; sie hat es selbst miterlebt. Viele der Heimkehrer können das nicht, weil sich die Familie zuhause einfach nicht vorstellen kann, was in einem vorging und noch immer vorgeht, der so etwas erlebt hat. Oft sieht Hedy Honigmann ihren Protagonisten einfach nur zu, wie sie der Musik lauschen, die ihnen über die schwere Zeit hinweggeholfen hat. Auf den Gesichtern spielen sich stumme Dramen ab, erschütternder als jeder Kommentar. Und immer wieder ist das zentrale Thema die Tatenlosigkeit, zu der sie ihr humanitärer Auftrag verdammte, und die Schuld, die sie daraus ableiten und die sie quält. Ein eindrucksvoller, emotionaler und politischer Film.