Der junge Dorian Gray lernt zufällig den zutiefst amoralischen Lebemann Lord Harry Wotton kennen, der von Dorians Schönheit fasziniert ist. Harry setzt alles daran, den unerfahrenen Mann zum zügellosen Leben zu bekehren. Und Harrys verderbliche Erziehungsmaßnahmen fruchten. Im Verlauf der Jahre, in denen er seinen nächtlichen Ausschweifungen frönt, geschieht etwas Seltsames: Während er unverändert jung und strahlend schön bleibt, altert sein Ölporträt sichtlich und zeigt immer stärkere zynische und grausame Züge ...

Als Oscar Wildes einziger Roman 1890 auf den Markt kam, gab es einen Sturm der Entrüstung im viktorianischen England. Heute ist die Empörung allgemeiner Anerkennung gewichen. "Laster und Tugend sind dem Künstler Werkzeuge für seine Kunst" schreibt Wilde in dem aphoristischen Vorwort zu seinem Roman - und "es gibt weder moralische noch unmoralische Bücher. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben. Das ist alles." "Das Bildnis des Dorian Gray" wurde mittlerweile sieben Mal verfilmt. Bereits 1913 entstand eine erste Stummfilm-Version von Phillips Smalley, 1916 folgte Fred W. Durrants ebenfalls stille Adaption. Richard Oswalds (1917) und Alfréd Deésys (1918) Verfilmungen waren ebenfalls noch stumm, erst 1945 inszenierte Albert Lewin die erste Tonfassung. In Massimo Dallamanos aufwendiger Inszenierung ist Helmut Berger der Londoner Lebemann. 1973 folgte noch Glenn Jordans Variante des berühmten Wilde-Stoffes.

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