"Ferragosto", der 15. August, ist einer der wichtigsten Feiertage Italiens. Dann flüchten die meisten Bewohner Roms aus der heißen Stadt aufs Land oder ans Meer. Der alternde, dem Weißwein huldigende Junggeselle Gianni kann nicht flüchten, denn er muss sich um seine betagte Mutter Valeria kümmern, mit der er seit 55 Jahren in einer großen Wohnung zusammen lebt. Das weiß auch sein Hausverwalter Luigi, dem Gianni noch eine Stange Geld schuldet. Also bittet ihn dieser, an Ferragosto doch seine Mutter Marina und seine Tanta Maria aufzunehmen, beides Damen im fortgeschrittenen Alter. Und als wäre dies noch nicht genug, gesellt sich auch noch Grazia, die Mutter des Hausarztes von Gianni, zu dem Trio. Bald hat Gianni seine liebe Mühe mit den vier alten Damen ...

Mit "Das Festmahl im August" legt Hauptdarsteller und Drehbuchautor Gianni Di Gregorio ("Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra") sein autobiographisch gefärbtes und feinfühlig inszeniertes Regiedebüt vor, das 2008 bei den Filmfestspielen von Venedig gleich mit drei Preisen (Isvema Award, Luigi De Laurentiis Award, Pasinetti Award) ausgezeichnet wurde. Und das zu Recht: Denn nie gibt Di Gregorio seine Protagonistinnen, die alle vier erstmals vor der Kamera standen, mit platten Witzen der Lächerlichkeit preis. Vielmehr lässt er den alten Damen viel Spielraum, den sie gern und selbstironisch mit ihrer Lebenserfahrung zu nutzen wissen. Ein cineastisches Festmahl und eine sehenswerte Liebeserklärung an das Alter, das Leben und die italienische Küche!

Foto: Pandora