Anatolien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Der armenische Großgrundbesitzer Aram Avakian bereitet ein großes Familienfest anlässlich des Wiedersehens mit seinem Bruder Assadour vor. Unterdessen eskalieren die türkischen Übergriffe auf die armenische Minderheit. Gemeinsam mit seiner Familie und verängstigten Nachbarn sucht Aram Zuflucht im Haus der Lerchen, dem abgelegenen Familiensitz der Avakians. Durch einen Verrat begünstigt, spürt ein fanatischer türkischer Offizier die Armenier in ihrem Versteck auf und richtet unter den Männern ein Massaker an. Für die Frauen und Kinder beginnt ein gnadenloser Gewaltmarsch in den Tod ...

Der Völkermord an den Armeniern, dem zwischen 1915 bis 1917 bis zu 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen, wird bis heute von der Türkei bestritten, ein Genozid habe es nie gegeben. 2004 verarbeitete die im italienischen Padua lebende armenische Archäologin und Professorin Antonia Arslanin die schrecklichen Erfahrungen ihrer eigenen Familie in ihrem mehrfach preisgekrönten Roman "Das Haus der Lerchen" (Originaltitel: "La masseria delle allodole"). Drei Jahre später nahmen sich die für ihre bemerkenswerten Literaturverfilmungen bekannten Brüder Taviani ("Padre Padrone", "Wahlverwandtschaften", "Die Auferstehung") des Werkes an. Entstanden ist ein Film, an dem sich die Geister scheiden. So fragt man sich tatsächlich, ob die expliziten, Blut triefenden Gewaltdarstellungen tatsächlich nötig sind, um das Grauen und die Angst der Verfolgten und Flüchtenden spürbar werden zu lassen. Ein wichtiger Film gegen das Vergessen ist "Das Haus der Lerchen", der auf den Berliner Filmfestspielen uraufgeführt wurde, danach aber keinen Kino-Verleiher fand, dennoch!

Foto: ARD/Degeto