Für Susanne Jacob scheint alles perfekt: Sie ist die jüngste Familienrichterin Münchens, führt mit dem Arzt Georg eine glückliche Ehe und hat einen wohlgeratenen Sohn. Allerdings fällt sie aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihr verstorbener Ex-Geliebter der gemeinsamen Tochter Lilli ein Haus in der Toscana vererbt hat. Das Problem: Susanne hatte seinerzeit das Kind zur Adoption freigegeben und dessen Existenz vor ihrer jetzigen Familie verschwiegen. Den Gedanken an ihre Tochter hatte sie danach stets unterdrückt, doch nun verspürt sie den brennenden Wunsch, Lilli zu sehen ...

Das der eher als Komödien-Spezialist bekannte Matthias Tiefenbacher auch dramatische Stoffe überzeugend erzählen kann, hat er mit Werken wie "Der Freund von früher", "Durch Himmel und Hölle", "Der Mann an ihrer Seite" und "Stille Post" schon hinreichend bewiesen. Mit diesem Familiendrama erzählt er nun die ungewöhnliche Geschichte einer Frau, die von den Geistern der Vergangenheit eingeholt und von ihren Mutterinstinkten überwältigt wird, während die rebellische Tochter auf die schiefe Bahn zu geraten droht. Besonders Anneke Kim Sarnau ragt aus dem gut aufgelegten Darsteller-Ensemble heraus und zeigt in der Rolle der verzweifelten Mutter einmal mehr, dass sie zu Deutschlands besten Darstellerinnen zählt. Die zwar nicht sonderlich einfallsreiche, aber dennoch spannende und bis fast bis zum Ende schlüssige Vorlage lieferte das Autoren-Duo Martin Kluger ("Die Weisheit der Wolken", "Rama dama") und Maureen Herzfeld ("Licht über dem Wasser").

Foto: ARD/Degeto/Barbara Bauriedl