Kurz nach dem Bau der Berliner Mauer, darf eine junge Frau nicht studieren, weil ihr Bruder wegen "staatsfeindlicher Hetze" im Knast sitzt. Als sie sich ausgerechnet in den verheirateten Richter verliebt, der das harte Urteil über ihren Bruder fällte, führt dies unweigerlich zu Komplikationen ...

Bereits 1964 drehte Kurt Maetzig diese Geschichte über das Lebensgefühl der jungen Generation am Beispiel eines jungen Mädchens, das bald erkennt, wie weit sich die DDR-Justiz von Recht und Moral entfernt hat. Maetzigs Abrechnung mit den stalinistischen Machtstrukturen nach dem Roman des Schriftstellers, Hörspiel- und Fernsehspielautors Manfred Bieler (1934-2002) konnte erst 1990 uraufgeführt werden. SED-Chef Walter Ulbricht nannte sie seinerzeit "Kaninchenfilme" - DEFA-Filme der Jahrgänge 1965/66, die nach dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED im Dezember 1965 verboten wurden.

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