Die junge Rosemarie Nitribitt ist im Wirtschaftswunder-Deutschland der Fünfzigerjahre wohl nicht die einzige, die von einem besseren Leben träumt. So verdingt sie sich zunächst als Animierdame in einer Bar. Hier trifft sie tatsächlich ihren Traummann. Geschäftsmann Hartog lässt sich nur allzu gerne von ihr verführen, lässt sie jedoch fallen, als ihm klar wird, dass Rosemarie nicht in seine Welt passen wird. Hartogs Geschäftspartner Fribert hingegen entdeckt in Rosemarie ungeahnte Fähigkeiten: Er macht sie zu einer auffallend hübschen Dame von Welt. Im Gegenzug soll sie im Bett Friberts Geschäftspartner ausspionieren. Ein einträgliches, aber auch gefährliches Unterfangen ...

Der Mord an der Frankfurter Prostituierten war einen der größten Skandale der Fünfzigerjahre. 1958 nahm sich Regisseur Rolf Thiele ("Die Halbzarte") der Geschichte an und persifliert mit seinem Drama das politische Treiben der Wirtschaftswunder-Ära mit viel stiller Ironie. 1959 mit dem Golden Globe als bester nichtenglischsprachiger Film ausgezeichnet, war das hervorragend besetzte Werk einer früher Höhepunkt in der Karriere der jungen Hauptdarstellerin Nadja Tiller. Das Remake, das Bernd Eichinger Das Mädchen Rosemarie mit Nina Hoss vorlegte, reicht allerdings bei weitem nicht an die Qualität von Thieles Regiearbeit heran.

Foto: Kinowelt