Die hübsche Mélanie - ein Mädchen aus bescheidenen Verhältnissen, ihre Eltern betreiben eine Fleischerei - will unbedingt ans Konservatorium, um Pianistin zu werden. Doch das begabte Talent scheitert beim Vorspiel der Aufnahmeprüfung, da die Meisterpianistin und Jurypräsidentin Ariane sie durch ihr taktloses Verhalten stört. Mélanie gibt daraufhin das Klavierspiel auf. Zehn Jahre später begegnet sie Ariane erneut, die inzwischen mit Ehemann und Sohn in einem abgelegenen Landhaus lebt. Mélanie, die in den Ferien bei den Fouchécourts als Kindermädchen arbeitet, macht sich bei Ariane, die sie nicht wiedererkannt hat, bald unentbehrlich. Noch ahnt niemand, dass Mélanie einen perfiden Racheplan verfolgt...

Der französische Regisseur Denis Dercourt drehte diesen leisen, subtilen Mix aus Drama und Thriller mit schnörkellosen Bildern und einer exzellenten Darstellercrew. Decourt, gelernter Musiker, Sohn einer Klavierlehrerin und Solo-Bratschist im Orchestre Symphonique Français, hat hier im Stil von Chabrol inszeniert: Hinter der friedlichen bürgerlichen Fassade tobt ein stiller Kampf, die Spannung - angereichert mit der beiderseitigen erotischen Anziehung der Protagonistinnen - steigert sich ständig à la Hitchcock. Getragen wird dies von den beiden wunderbaren Hauptdarstellerinnen: In der Rolle der Mélanie glänzt Déborah François ("L' Enfant", "Female Agents - Geheimkommando Phoenix"), die hier die unscheinbare Mädchen gibt, aus dessen geheimnisvollen und hintergründigen Lächeln die großbürgerliche Ariane allias Catherine Frot nie schlau wird.

Foto: Alamode Film (24 Bilder)