Die Computer- und Internet-Spezialistin Angela wird gejagt. Und zwar von Jack, dem Mann ihrer Träume, den sie im Mexico-Urlaub zufällig kennenlernt. Er gaukelte ihr Liebe vor, will aber nur an ein EDV-Virenprogramm Angelas heran. Angela entkommt, doch Jacks Hintermänner löschen all ihre Daten, geben Angela die Identität einer gesuchten Verbrecherin, und nun wird sie auch von der Polizei gejagt. Die Chancen, ihre richtige Identität zurück zu bekommen sind minimal ...

Sandra Bullock hatte Glück: Nach ihrem Hollywood-Durchbruch mit Speed (neben Keanu Reeves) rissen sich die Regisseure um sie. Aber dann hatte Sandra Bullock Pech: Dem vermeintlichen Computer- und Internet-Thriller "Das Netz" lag zwar eine spannende Idee zugrunde, das Resultat wirkt aber eher wie ein Netz-Ausfall. Auch wenn die begeisterte Internet-Surferin Bullock bei ihren PR-Terminen immer vor der Gefahr des Internets, die der Film darstellen wollte, gewarnt hatte, verplapperte sich die smarte Schauspielerin in einer Talk-Show. Nach der Aussage des Film gefragt, meinte die überforderte Sandra: "Die Moral der Geschichte ist - nie nach Mexico in den Urlaub zu fahren und eine Affäre zu beginnen, denn der Mann wird versuchen dich zu ermorden." Etwas wenig für einen Thriller, in dem es um ein wenig mehr als eine simple Liebes- und Killergeschichte gehen sollte. Doch neben der inhaltlichen Schwäche strotzt der Film zudem vor haarsträubenden Regiefehlern, die in einer teuren Hollywood-Produktion eigentlich nicht vorkommen dürften. So fährt Angela nach Cozumel, auf den Ortsschildern aber steht Cancun. Das "Macintosh"-Computervirus, für das die Hauptdarstellerin getötet werden soll, ist in Wirklichkeit ungefährlich und Computer-Expertin Sandra wählt ihre Telefonate regelmäßig mit den falschen Tasten. Alles Kleinigkeiten, die aber für den miserablen Gesamteindruck der oberflächlichen Produktion mitverantwortlich sind. Lohn der schlampigen Arbeit: Die einzige Nominierung für einen Filmpreis gab's vom Musik-Sender MTV ...

Foto: Columbia