Die junge Waise Denise folgt der Einladung ihres Onkels nach Paris in der Hoffnung auf eine Anstellung in seinem Stoffgeschäft. Doch der Onkel ist fast bankrott, denn genau gegenüber hat ein neuartiges Kaufhaus eröffnet: "Das Paradies der Damen", das dem alten Mann reihenweise die Kundinnen abwirbt. Denise entschließt sich, im Kaufhaus eine Anstellung zu suchen und verliebt sich prompt in den Besitzer ...

Nach Émile Zolas 1884 erschienenen Roman "Au Bonheur des Dames" (der elfte Roman seines Zyklus' "Die Rougon-Macquart – Natur- und Sozialgeschichte einer Familie unter dem zweiten Kaiserreich") inszenierte Regisseur Julien Duvivier diese kritische Auseinandersetzung mit dem Aufkommen der modernen Kaufhäuser und des Massenkomsums. Mit impressionistischen Stilmitteln (Bildkollagen, rhythmischer Schnitt u.ä.) und einer starken, innovativen Kameraführung (etwa entfesselte Kamera, Zoom, Walking Kamera) in den Galeries Lafayette in Paris gedreht, zeigt Duvivier den Kaufhausbesitzer Octave Mouret als unmenschlichen Kapitalisten des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der erst durch seine Begegnung mit der jungen Denise zu einem geläuterten Menschen wird. In die Rolle der jungen Denise schlüpfte die aus Stettin stammende deutsche Schauspielerin Grethe Gerda Kornstädt, die nach ersten Kinoerfolgen in Deutschland unter ihrem Künstlernamen Dita Parlo in Frankreich bekannt wurde und später in Klassikern wie Jean Vigos "Atalante" und Jean Renoirs "Die große Illusion" spielte.

Foto: arte F/Lobster Films