Hille Vavra tut sich schwer mit der Schule und seinem Elternhaus. Sein Vater, ein ehemaliger Nazi, der aus Schlesien vertrieben wurde, ist Pfarrer in einer westdeutschen Provinzstadt; mit seinen alten Landsleuten scheint ihn aber mehr zu verbinden als mit seiner jetzigen Gemeinde. Hilles Schwester Dimuth geht ihre eigenen Wege, während die Mutter krampfhaft versucht, die Familie zusammenzuhalten. Hille reagiert auf die vielen Widrigkeiten seiner Umwelt mit Protest. Er hat ein Verhältnis mit Sibylle, der frustrierten Frau eines Industriellen, dessen Fabrik mit ihren Abwässern und Rauchschwaden die Fische sterben lässt und die Luft verpestet. Als Pfarrer Vavra mit seinen schlesischen Freunden den zehnten Jahrestag der Rückkehr ihrer Heimatglocken feiert, entladen sich die Spannungen in der Stadt auf explosive Weise. Das Fest endet im Chaos...

Regisseur Peter Fleischmann ("Jagdszenen aus Niederbayern") schoss in seiner bösen Politsatire einige Breitseiten auf damalige gesellschaftliche Missstände ab. Dem Traum von der heilen Welt wird, bewusst überspitzt, ein albtraumhaftes Panorama von Verstörung und Zerstörung entgegengehalten. Überdimensioniert wie unter einem Vergrößerungsglas konzentrieren sich in einem fiktiven Provinzort viele negative Elemente der politischen, ökologischen und sozialen Entwicklungen in der Bundesrepublik. Die expressive Kameraarbeit des Brasilianers Dib Lutfi entspricht der satirisch-zeitkritischen Optik; die Dialoge schrieb Martin Walser. Der Film gewann 1972 in Cannes den Prix Luis Buñuel.