Als Ex-RAF-Terrorist Jens Kessler nach jahrelanger Haft entlassen wird, lädt seine Schwester ehemalige Weggefährten in ein Landhaus ein. Was nett gemeint war, entwickelt sich aber zum Psycho-Krieg, zumal auch Jens’ Ex Inga mit ihrem Mann eingeladen wurde. Zudem will Jens endlich wissen, wer ihn damals verraten hat und er weiß, dass sich der Verräter unter den Gästen befinden muss ...

Und noch ein Film, der sich mit der RAF-Problematik befasst. Doch trotz guter Darsteller wirkt dieses Drama von Nina Grosse ("Der verlorene Sohn", "Franziskas Gespür für Männer") eher wie ein Kammerspiel, bei dem der politische Hintergrund völlig egal ist. Denn die Hauptfigur hätte auch ein normaler Straftäter und etwa wegen Bankraubs eingeknastet gewesen sein können. Zudem plätschern viele Szenen nahezu zusammenhanglos vor sich hin, wechselt der Fokus zu oft auf Nebenfiguren. Dadurch bleiben letztendlich alle Personen zu oberflächlich und mitunter auch zu hölzern, um als gesellschaftsanalytisches Werk durchgegen zu können. Da war etwa "Schattenwelt" wesentlich packender.



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