Was man wohl macht, wenn man sich selbst begegnet? Luise und Lotte jedenfalls erschrecken sich ganz gehörig, als sie einander in einem Ferienhiem in den Alpen gegenüberstehen. Luise sieht nämlich aus wie Lotte, und Lotte sieht aus wie Luise. Nur hat die eine Zöpfe und die andere nicht. Was kann es nur bedeuten, wenn man nicht nur gleich aussieht, sondern auch zur selben Zeit am selben Ort geboren ist? Na klar: man hat es mit Zwillingen zu tun! Mit Zwillingen, die die Eltern getrennt haben. Dagegen muss man doch was unternehmen! Also fährt am Ende der Ferien Lotte als Luise zum Vater nach Wien, und Luise fährt als Lotte zur Mutter nach München. Bloß: wie schaffen zwei kleine Mädchen nur, dass die Eltern wieder zueinanderfinden?

Jugendbücher wie "Emil und die Detektive", "Pünktchen und Anton" und "Das fliegende Klassenzimmer" machten Erich Kästner (1899 - 1974) berühmt, bevor seine Bücher ab 1933 von den Nationalsozialisten verboten und verbrannt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfreuten sich Kästners Bücher erneut großer Beliebtheit und dienten als Vorlage für zahlreiche Verfilmungen. So auch "Das doppelte Lottchen", das 1949 entstand. Josef von Baky verfilmte die zeitlos charmante Geschichte 1950, weitere Versionen entstanden 1961 ("Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt") und 1993 ("Charlie & Louise - Das doppelte Lottchen").