Einer der Skandalfilme der Siebzigerjahre: Vier Freunde sind ihres Lebens überdrüssig und wollen sich mit aller Gewalt zu Tode fressen. Die etwas moppelige Andréa findet an den ganzen Sauereien Gefallen. Am Ende, damit wird nicht zu viel verraten, haben die vier dekadenten Herren mit ihrer Dauervöllerei auch den verdienten Erfolg: Einer nach dem anderen reicht den Abschied ein...

Marco Ferreris Satire ist eine Parabel auf die Überflussgesellschaft und ihre Auswüchse. Dabei bedient er sich bewusst äußerst grober Mittel. Das Resultat kann naturgemäß nicht jedermanns Geschmack sein, aber das soll es auch nicht. Sehenswert ist der Film insoweit, als er ein alles in allem typisches Produkt der Siebzigerjahre ist. Gerade Michel Piccoli fand in der Folgezeit großen Spaß daran, in ähnlich Geschmack verachtenden Filmen die Sau rauszulassen, etwa in "Themroc" (1972). In unserer heutigen Zeit, in der auch im Film eine vordergründige "political correctness" als höchstes aller Ziele gilt und niemand beleidigt werden darf, wäre ein Film wie "Das große Fressen" vollkommen undenkbar.

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