Der Szene-Kolumnist Marc Marronnier kann es nicht fassen, dass sich seine hübsche Frau Anne von ihm scheiden lässt. Fortan davon überzeugt, dass wahre Liebe keine drei Jahre überdauert, schreibt er unter Pseudonym über diese These ein zynisches Buch. Und das Pamphlet wird prompt ein viel diskutierter Bestseller. Doch die propagierte Unmöglichkeit der Liebe kommt in der Welt der Frauen weniger gut an. So wundert es nicht, dass Marc seine Überzeugung überdenken muss, als er bei einer Familienfeier die schöne Alice trifft und sich prompt verliebt …

Diesmal hat Bestseller-Autor Frédéric Beigbeder ("39,90") selbst den eigenen Roman verfilmt und damit sein Debüt als Regisseur abgeliefert. Das enfant terrible der zeitgenössischen französischen Literatur hat offensichtlich bei den Dreharbeiten zu "39,90" Regisseur Jan Kounen oft über die Schulter geschaut. So gelang ihm mit frischen Darstellern, einer witzigen Geschichte (die autobiografische Züge trägt) und starken Dialogen ein überaus unterhaltsamer Spaß über das Leben, die Liebe usw. Hinzu kommen jene vielen Momente, die – im Gegensatz zur Romanvorlage - gleich einem roten Faden eine eindeutige Hommage an Filmkomponist Michel Legrand sind. Beigbeders Regiearbeit strotzt nur so vor filmischen Finessen, etwa der Kameraschwenk durch die Wohnung, der die Hauptfigur zunehmend verlotternd zeigt, oder die Szene, in der Alice gleich vielfach auftritt. Trotz Digitalkamera entstanden höchst kinotaugliche Bilder mit toller Farbgebung, gelungen ist auch die Beiläufigkeit einiger Kommentare. Insgesamt ein würziges, rundum stimmiges Vergnügen.



Foto: Prokino