David wächst als wohl behütetes Kind in Liegnitz auf. Nichts deutet darauf hin, welches Schicksal die Nazis für die jüdische Bevölkerung vorgesehen haben, bis eine Horde Hitlerjungen am Purimsfest mit "Juden raus"-Geschrei die Familienfeier stört. Davids Vater, ein angesehener Rabbiner, beruhigt die Familie zunächst. Doch der deutsche Pöbel marschiert. David muss die Schule verlassen, sein Vater schickt ihn nach Berlin. Dort lernt er junge Leidensgenossen kennen, die sich auf die Auswanderung nach Palästina vorbereiten. Da dort Latein und Griechisch weniger nützlich sind, lernt David, Nähmaschinen zu reparieren und Obstbäume zu schneiden. Nur durch Zufall entkommt David der Deportation ...

Basierend auf den autobiografischen Aufzeichnungen "Den Netzen entkommen", die Ezra Ben Gershon 1967 unter dem Pseudonym Joel König veröffentlichte, drehte Regisseur Peter Lilienthal "Jakob von Gunten", "Es herrscht Ruhe im Land, "Camilo - Der lange Weg zum Ungehorsam") dieses erschreckende wie aufwühlende Drama, das im gleichen Jahr mit dem Goldenen Bären der Filmfestspiele von Berlin ausgezeichnet wurde. "David" war nach Frank Beyers "Jakob der Lügner" und Theodor Kotullas "Aus einem deutschen Leben" ein weiteres gelungenes wie sensibel inszeniertes Beispiel für die Auseinandersetzung mit den Fakten des Holocausts, ohne auf eine Populärschiene wie in dem Vierteiler "Holocaust" zu setzen.

Foto: Kinowelt