Berlin, August 1961: Als die Mauer gebaut wird, die Deutschland für die nächsten Jahrzehnte teilen wird, ist Lotte Reinhardt Anfang 20. Noch glaubt sie an den jungen DDR-Staat. Sie arbeitet als Schweißerin in einer Werft in Rostock, aber ihre Zukunft sieht sie ganz woanders. Das Weltall zieht sie magisch an, der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin ist ihr Held. Lotte träumt davon, in das Raumfahrtprogramm der UdSSR aufgenommen zu werden und selbst ins All zu fliegen. Um dieses Ziel zu erreichen, lässt sie, sehr zum Unmut ihrer Mutter, eine vormilitärische Ausbildung über sich ergehen. Doch die Stasi zerstört schnell die Träume der jungen Frau. Sie flieht in den Westen, kann aber die Schergen der Stasi nicht abschütteln …

Regisseurin Ute Wieland, die schon mit dem packenden Dreiteiler "Die Rebellin" (ebenfalls nach einem Drehbuch von Christian Jeltsch und Monika Peetz) gekonnt in die deutsche Nachkriegszeit eintauchte, inszenierte diese starke Geschichte um eine junge Frau (hervorragend: Anna Maria Mühe), die den finsteren Machenschaften der Geheimdienste ausgesetzt ist und zum Spielball des Kalten Krieges wird, als atmosphärisch dichten zweiteiligen Mix aus Geschichts- und Liebesdrama. Dank der brillanten Darsteller verzeiht man die ein oder andere Länge.

Foto: ZDF/Oliver Vaccaro

Fortsetzung: 8.11., 20.15 Uhr.