Ende der Fünfzigerjahre bricht für Cathy Whitaker die ganze Kleinstadt-Idylle zusammen: Ihr Mann Frank, erfolgreicher Chef der lokalen Vertretung eines Fernsehgeräteherstellers, ist offensichtlich homosexuell. In einer Zeit, in der Homosexualität völlig tabu ist und gar als Krankheit angesehen wird, ist dies der gesellschaftliche Niedergang. So stürzt Cathy, die immer alles perfekt machen wollte, in ein Seelenchaos sondergleichen. Frank stimmt deshalb zu, sich von einem Arzt behandeln zu lassen ...

Wäre der Film ebenfalls Ende der Fünfzigerjahre gedreht worden, es wäre sicherlich ein kritisches Meisterwerk. Heute jedoch wirkt das ruhig inszenierte Drama eher wie eine gelungene Stilübung. Denn Dekor, Kamera und Darsteller sind hier vom Feinsten. Doch das Thema "Schwulsein in den Fifties" ist heute wohl kaum noch von Interesse. So orientierte sich Regisseur Todd Haynes hier gekonnt an Werken des Melodram-Kitsch-Meisters Douglas Sirk, spielt schon im Titel auf dessen 1955 entstandenen Film "Was der Himmel erlaubt" an und thematisiert ebenfalls den Rassismus jener Tage, denn Sirk etwa mit "Solange es Menschen gibt" (1959) angepackt hat. Wer auf das Ambiente der Fünfziger steht, sollte diesen Film auf keinen Fall versäumen.

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