Das Krankenlager in der Pariser "Matratzengruft" bildet die Ausgangssituation des Fernsehfilms über den Dichter Heinrich Heine, der am 17. Februar 1856 starb. Heine hat seinen Bruder Gustav und seinen Verleger Julius Campe aus Hamburg nach Paris kommen lassen, um seine letzten Angelegenheiten zu regeln. Noch einmal lässt er sein Leben an sich vorüberziehen und erinnert sich mit seinen Vertrauten an seine Kindheit im französisch besetzten Düsseldorf mit den ersten Erlebnissen der Ausgrenzung wegen seines Judentums und an die turbulenten Studienjahre in Göttingen und Berlin, in denen der dichtende Jurist unter der Macht der Obrigkeit zu leiden hat. Es folgen künstlerisch wichtige Kontakte zu seiner Förderin Rahel Varnhagen, die Harzreise und das Pariser Exil, das zunächst eine Zeit der intensiven Lebensfreude ist. Schließlich ist da die leidenschaftliche Beziehung zu der Schuhverkäuferin Mathilde, Heines späterer Ehefrau. Existenzielle Ausmaße nimmt der große Streit mit seinem Dichter-Freund Ludwig Börne an. Glücklicher ist die freundschaftliche Verbindung mit Karl Marx - und nicht zuletzt wartet noch die letzte große Liebe, die Heines Leben überstrahlt: Elise Krinitz, genannt Mouche...

Heinrich Heine begegnet dem Zuschauer in diesem Fernsehfilm oft mit seinen eigenen Worten, nicht rezitativ vorgetragen, sondern als Mensch, der frei und natürlich das ausspricht, was ihn bewegt. Gordian Mauggs Filmbiografie hat nichts Belehrendes. Er versucht, die äußerlich so wechselvolle und erlebnisreiche Lebensgeschichte Heines mit einer Innenansicht des Menschen und Dichters zu verknüpfen. Mit Rüdiger Vogler wurde ein vorzüglicher Darsteller für den alten, kranken Heine gefunden. Mit hintergründigem Humor gestaltet Fabian Busch den jungen Heinrich Heine.