Anfang des 20. Jahrhunderts lebt der zehnjährige Junge Poika mit seiner Mutter auf einem Hof irgendwo in der finnischen Wildnis. Der Vater sitzt im Gefängnis. Eines Tages taucht ein Fremder auf dem Hof auf. Er hat eine Notiz des Vaters und einer Schussverletzung. Eigentlich wollte der Fremde hier nur die Wunde heilen lassen – doch der Aufenthalt verlängert sich, als er ein Verhältnis mit der Mutter beginnt. Das Schicksal nimmt seinen Lauf ...

Der erste Langfilm des finnischen Regisseurs Jukka-Pekka Valkeapää (vielfach für seinen Kurzfilm "The Fall" ausgezeichnet) überzeugt nur stellenweise mit starken Bildern, ist aber dennoch ein kraftvoller und emotional aufwühlender Film, der visuell und dramaturgisch neue Wege beschreitet. Immer wieder gelingt es Valkeapään, düstere Stimmungen von immenser Kraft zu erzeugen, die den Zuschauer in einen ganz besonderen Bann ziehen. Doch erzählerisch verfranst er sich immer wieder in ungelenken Momenten, geht aus starken Szenen, um in unnötige hinein zu holpern. Recht nervend ist stellenweise auch die übermäßige Symbolik, die Valkeapään einsetzt, so etwa das über inszenierte Madengewimmel, das die Vergänglichkeit des Lebens verdeutlichen soll. "Der Besucher" ist zugleich Valkeapääns Abschlussfilm an der University of Art and Design in Helsinki und wurde beim Göteborg Filmfestival 2009 mit dem Nordic Filmpreis für die beste Regie und den Nordic Vision Award für die beste Bildgestaltung ausgezeichnet.

Foto: farbfilm