Eigentlich ist es nicht der Stoff, aus dem man heitere, lebensbejahende Filme macht. Im Madrid des Kriegswinters 1943 friert und hungert das Volk. Im Café "La Dolicia" ist dagegen immer etwas los: Hier treffen sich alle, die etwas Wärme und Gesellschaft suchen: Literaten, Außenseiter, ganz normale Leute. Sie reden, trinken, borgen sich Geld und und erzählen sich ihre Träume und Nöte. Vor diesem Hintergrund laufen die kleinen und großen Dramen des Alltags ab.

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans des Literaturnobelpreisträgers Camilo José Cela wurde 1983 mit dem Goldenen Bären der Berlinale als bester Film ausgezeichnet. Tatsächlich gelingt es Mario Camus in seinem unaufdringlich inszenierten Zeitbild, eine Fülle verschiedener Charaktere mit lebhaftem Strich zu zeichnen. Mal mit derbem, mal sanftem Humor schildert er mitfühlend die Geschehnisse völlig unterschiedlicher Leute in schwerer Zeit. Unterstützt wird er von einem grandiosen Darstellerensemble.