Der Buchhändler John Clancy musste seinen Second-Hand-Buchladen im Zentrum von Belfast wegen der rasant steigenden Mietpreise schließen. Jetzt lebt er mit viertausend unverkauften Büchern allein in einem Backsteinhaus. Seine literarische Arche Noah, die niemanden interessiert, enthält die gesamte nordirische Geschichte und Dichtung der letzten 60 Jahre. Sie ist der Ausgangspunkt zur Erforschung einer Stadt, die noch immer von den Wunden der Nachkriegszeit gezeichnet ist, aber auch unerwartete Möglichkeiten bietet. Ein Punk, der eigentlich lieber Cowboy wäre; eine junge Sängerin, die an einer Castingshow teilnimmt; ein alter Dichter und ein Rapper, der von der heutigen Stadt erzählt - das alles ist Belfast. Dennoch fühlt sich hier nicht jeder wohl. John Clancy betrachtet die ausklingende Epoche mit Wohlwollen und Humor; doch viele seiner Bekannten beschreiben Belfast als eine Stadt, die vor dem Hintergrund eines kriselnden Kapitalismus, den sie eigentlich nur vom Hörensagen kennt, nach einer neuen Identität sucht. Um die Charaktere ihrer Protagonisten authentisch wiederzugeben, lässt Filmemacherin Alessandra Celesia, die auch am Theater tätig ist, dem freien Spiel besonders viel Raum. Gemeinsam mit ihren Darstellern hat sie einen Film gedreht, in dem sich die Lebenswege der Figuren auf einzigartige Weise mit ihren Träumen, Hoffnungen, Enttäuschungen und Erfahrungen verbinden.