André Chatelin, Besitzer eines Pariser Feinschmeckerlokals, wird eines Tages von der unehelichen Tochter seiner früheren Ehefrau aufgesucht. Die bildhübsche, schüchterne Catherine ist zwar nicht sein leibliches Kind, doch als sie ihm erzählt, ihre Mutter Gabrielle sei gestorben und sie ganz allein auf der Welt, nimmt André das junge Mädchen bei sich auf. Er ahnt nicht, dass seine Exgattin zwar drogensüchtig und finanziell ruiniert, aber durchaus lebendig ist. Die beiden Frauen haben einen teuflischen Plan entwickelt, Chatelin um sein Vermögen zu bringen ...

Die männliche Hauptrolle in seinem düsteren Psychothriller mit treffsicherer Milieuzeichnung, intensiven Darstellern und ausgezeichneter Regie besetzte Julien Duvivier mit einem alten Bekannten - mit Frankreichs großem Charakterschauspieler Jean Gabin, dem Protagonisten aus seinen beiden Meisterwerken des poetischen Realismus "Pépé le Moko - Im Dunkel von Algier" und "La belle equipe". 20 Jahre waren seitdem vergangen, aber das Team Gabin/Duvivier sorgte auch diesmal für exzellentes Kino. Gedreht wurde u. a. in den berühmten Pariser Markthallen, die inzwischen einer radikalen Modernisierungs- und Sanierungspolitik zum Opfer gefallen sind - so ist "Der Engel, der ein Teufel war" nicht nur spannendes Kino, sondern auch Zeitdokument.

Foto: ARD/Degeto