Hans-Werner Müller ist in Not. Der BGS-Beamte ist zur Sonderverwendung an die ukrainisch-polnische Grenze versetzt, wo er die einheimischen Kollegen auf Westformat trimmen soll. Müller hat Heimweh. Er hat Kummer, weil sich daheim in Deutschland seine Frau mit Trennungsabsichten trägt. Er hat Angst, weil ihm sein wesentlich jüngerer deutscher Vorgesetzter am neuen Dienstort das Leben schwer macht. Besonders, nachdem Müller durch Nachlässigkeit eine schon lange gesuchte Fluchthelferin entwischen lässt. Müller will sich nicht geschlagen geben. Eines Tages entdeckt er die junge Schleuserin wieder. Un die bringt seine brav verplante Beamtenwelt restlos durcheinander...

Axel Prahl gibt in diesem bitteren, ruhig erzählten Drama von Hartmut Schoen ("Gefährliche Nähe und du ahnst nichts", "Warten ist der Tod") eine brillante Vorstellung als braver Beamter, der in osteuropäischer Tristesse in eine tiefe Lebenskrise gerät. An Prahls Seite, der hier nach "Zuckerbrot" (2003) erneut mit Schoen zusammenarbeitete, glänzt die Neuentdeckung Margarita Breitkreiz als Fluchthelferin Lippa. Die junge Darstellerin hat bislang vor allem am Theater auf sich aufmerksam gemacht. So wirkte sie unter anderem an der Berliner Volksbühne in der Castorf-Inszenierung von Dostojewskis "Der Idiot" mit.

Foto: WDR/M. Meyerbroeker