Stefan Book, der unkonventionelle und etwas kauzige evangelische Pastor von St. Pauli, muss wegen gesundheitlicher Probleme ins Krankenhaus. Doch dort hält er es nicht lange aus und verlässt gegen den Rat seines Arztes und auf eigene Verantwortung das Hospital. Zuhause angekommen, warten bereits neue Probleme auf ihn: Seine neue krankenpflegerisch geübte Haushälterin Evelyn lässt ihn nicht aus den Augen, in die Kirche ist eingebrochen worden und die soeben volljährig gewordene und erfolgreiche Abiturientin Adoma Fauré bittet um Kirchenasyl, denn die Ausländerbehörde will sie als illegale Einwanderin in ihre Heimat Togo abgeschieben. Für Book ist sofort klar: Er muss Adoma mit allen ihm zu Verfügung stehenden Mitteln gegen die Behörden unterstützen …

Paraderolle für Jan Fedder: Der in St. Pauli geborene Charakterdarsteller ("Großstadtrevier") schlüpfte in diesem Kiezdrama in die Rolle des gutherzigen und sozial engagierten Pastors, dem kein Weg zu steinig ist, um seine Schäfchen vor der Zugriff des Staates zu schützen. Dafür nimmt er sogar Ärger mit seiner Familie und seinen Vorgesetzten in Kauf. Von Fedder gewohnt bärbeißig-liebenswert mit Leben gefüllt, entstand "Der Hafenpastor" nach einem Drehbuch von Stefan Wild, das sich lose an dem Fall der seinerzeit 20-jährigen Kate Amayo orientiert, die 2010 aus Hamburg abgeschoben werden sollte und erst nach vielfältigem Protest von einer Härtefallkommission der Hamburger Bürgrerschaft das Aufenthaltsrecht erhielt. Als Adoma überzeugt die junge Martina Offeh in ihrer ersten Fernsehrolle, für die sie auf der Geburtstagsparty einer Freundin von einem Casting-Agenten entdeckt wurde. Regie führte Stephan Meyer, der mit Fedder 2009 bereits die Komödie "Meine Tochter und der Millionär" gedreht hatte. Bei der Erstausstrahlung schalteten über fünf Millionen Zuschauer ein.

Foto: ARD/Degeto/NDR/Susanne Dittmann