Ein ungewöhnlicher Lebenslauf: Der von den US-Virgin Islands stammende Kevin Sheppard machte zunächst eine Karriere als Footballer, wandte sich dann aber dem Basketball zu und spielte als Profi in Venezuela, Israel, Argentinien, den USA und Puerto Rico. 2008 schließlich nahm er ein Angebot an, in der iranischen Super League zu spielen. Seinerzeit keine Selbstverständlichkeit, denn die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nahmen immer weiter zu. Trotzdem wechselte Sheppard zum neu gegründeten Team A.S. Shiraz, dass er in die Playoffs führen sollte ...

Ein witziger wie informativer Dokumentarfilm, der die Lage im zeitgenössischen Iran zwar stellenweise etwas einseitig zeigt, aber immer wieder mit frechen Sprüchen und einem wahrlich unterhaltsamen Hauptdarsteller aufzuwarten weiß. Der deutsch-amerikanische Regisseur Till Schauder ließ sich von Basketballer Kevin Sheppard nicht zweimal bitten, ihn auf seiner außergewöhnlichen Reise in den Iran zu begleiten und seine Erfahrungen zu dokumentieren. Schauder zeigt in seinen geheim gemachten Aufnahmen, ein Journalistenvisum wurde ihm verwehrt, nicht nur, wie Sheppard zum Liebling der Shiranz-Fans wird, sondern begleitete seinen Protagonisten auch privat mit der Kamera. Besonders Sheppards Freundschaft mit drei selbstbewussten wie unabhängigen Iranerinnen gibt tiefe Einblicke in das Selbstverständnis der Frauen im heutigem Iran. "Der Iran Job" entstand auf mehreren Reisen, auf seiner letzten schaffte es der Regisseur schließlich auf die "schwarze Liste", wurde für kurze Zeit inhaftiert, konnte dann aber in die USA ausreisen.



Foto: RealFiction