Anfang des 19. Jahrhunderts: Auf dem Wiener Kongress verhandeln die europäischen Fürsten und Staatsmänner nach dem Sturz Napoleons über die staatliche Neuordnung Europas. Fürst Metternich, der Kanzler des österreichischen Kaisers, weiß, dass man Politik nicht nur im Konferenzsaal machen kann, sondern auch in verschwiegenen Boudoirs. Seine kluge Frau, die Fürstin Metternich, versteht es geschickt, die Eskapaden ihres Mannes in die richtige staatspolitische Richtung zu lenken. Um seinen politischen Gegnern keine Angriffsfläche zu bieten, beauftragt Metternich den Räuberhauptmann Grasl, seine Geliebte, die Sängerin Rosa, nach Prag zu bringen. Doch Rosa flieht und wendet sich Hilfe suchend an den ungarischen Baron Stefan. Obwohl sie von dessen Vater als Mätresse beschimpft wird, hat sie Stefans Herz erobert. Währenddessen gelingt es Metternichs rechter Hand, Friedrich von Gentz, die polnische Gräfin Kopinskaja in die Nähe des russischen Zaren Alexander zu bringen, um diesen für Metternichs Interessen zu gewinnen. Doch der Zar interessiert sich weit mehr für das Wiener Mädel Anna, das ihn vor einem Attentat bewahrte. Als Metternich von Rosas Rückkehr nach Wien erfährt, will er schleunigst in den Besitz der kompromittierenden Liebesbriefe gelangen, die er seiner Geliebten geschickt hat. Doch die Briefe befinden sich bereits in den Händen von Prinz Talleyrand, Metternichs großem Gegenspieler ...

Regisseur Géza von Radványi "Ein Engel auf Erden", der mit seiner Hauptdarstellerin Lilli Palmer sieben Jahre zuvor schon das Aufsehen erregende Drama "Mädchen in Uniform" inszeniert hatte, drehte diesen Mix aus Historienfilm und Musikkomödie, der keinen großen Wert auf historische Genauigkeit legt. Eben eine typische Sechzigerjahre-Klamotte.

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