Die georgische Hauptstadt Tiflis: Hier arbeitet der desinteressierte Attaché Herbert Neumann an der deutschen Botschaft. Um seinen montonen Alltag zwischen Empfängen und Büroarbeit zu vergessen, sitzt er abends zuhause in seiner kargen Wohnung und vertreibt sich seine Einsamkeit mit Computerspielen. Sein Leben ändert sich auf einen Schlag, als ihn das 12-jährige Flüchtlingsmädchen Sashka auf dem Markt berauben will. Zunächst übergibt Neumann die Diebin der Polizei, nimmt sich dann aber doch des Mädchens an. Dies ist der Auftakt zu einer ungewöhnlichen Freundschaft, die bald Fragen und Zweifel, Verdacht und Misstrauen und schließlich gar Korruption und Gewalt entstehen lässt...

Der in Berlin lebende georgische Regisseur Dito Tsintsadze ("Lost Killers", "Schussangst") reiste für dieses deutsch-georgische Drama um einen einsamen Menschen, der durch ein junges Mädchen neuen Lebenssinn erfährt, zurück in seine Heimat. In recht spröden Bildern taucht Tsintsadze im langsamen Erzählrhythmus in die Tristesse der georgischen Heimat ein, konzentriert sich bald aber fast ausschließlich auf seinen hervorragend aufgelegten Hauptdarsteller Burghart Klaußner, der den einsamen Botschaftsangestellten Neumann sehr zurückgenommen und mit der nötigen Melancholie gibt. Dafür wurde Klaußner 2006 beim Filmfestival von Locarno mit dem Goldenen Leoparden als bester Darsteller ausgezeichnet. So stark allerdings die Hauptfigur gezeichnet ist, so schwach und klischeehaft fielen die Nebenfiguren aus.

Foto: Arsenal