Seit in London ein Frauenmörder, der es auf junge Blondinen abgesehen hat, sein Unwesen treibt, geht in der Bevölkerung die Angst um. Der Killer hinterlässt am Tatort immer einen Zettel mit der Aufschrift "The Avenger". So zieht bald auch der neue Mieter in der Pension der Buntings einen Verdacht auf sich. Denn er verhält sich nicht nur etwas seltsam, sondern zeigt auch noch gesteigertes Interesse an der blonden Tochter des Hauses. Als er sich in einer Nacht aus dem Haus schleicht und wenig später ganz in der Nähe ein weiterer Mord geschieht, sieht Polizist Joe Betts, der zukünftige Schwiegersohn der Buntings, Handlungsbedarf. Er veranlasst die Verhaftung des Mieters ...

Dieser Stummfilm war nach "Irrgarten der Leidenschaft" und "Der Bergadler" erst die dritte Regiearbeit von Alfred Hitchcock. Doch bereits hier zeigt er sein Gespür für atmosphärische Spannung. Denn er bietet eine vom deutschen Expressionismus geprägte Beleuchtung, überzeugt mit unheimlich wirkenden Blickwinkeln und erzeugt so eine zum Zerreißen gespannte Atmosphäre. Auch wenn die Geschichte nach einem Bestseller von Marie Belloc Lowndes entstand und lose an die "Jack The Ripper"-Morde angelehnt ist, orientierte sich Hitchcock laut eigener Aussage an dem Roman "Zwischen neun und neun" von Leo Perutz, den er zuvor gelesen hatte. In dem verhält sich ein Mann recht seltsam und trägt zudem einen Tag lang Handschellen. Viele Motive des Films erinnern an Szenen des Buches und am Ende erweist sich die Hauptfigur - im Gegensatz zu Lowndes' Vorlage - als unschuldig. Ebenfalls filmhistorisch interessant: Dies ist der erste Film, in dem Hitchcock wegen Personalmangels selbst eine Statistenrolle übernahm. Das sollte später ein Markenzeichen seiner Filme werden.

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