Der schüchterne Angestellte Trelkovsky bezieht ein Appartement, aus dem sich die Vormieterin aus dem Fenster stürzte. Ihre Aura beherrscht noch immer die Wohnung. Trelkovsky beginnt zu halluzinieren, hört Geräusche und identifiziert sich zunehmend mit der Toten: Er benutzt ihre Kleidung und Kosmetika. Schließlich ist sein Verfolgungswahn so stark, dass auch er sich zu Tode stürzen will...

Polanski variiert hier nach "Ekel" mit Catherine Deneuve ein weiteres Mal den Horror des Alltags. Es geht ihm nicht allein um einen zünftigen Schrecken, sondern vor allem um die Auslotung eines psychischen Verfalls, der durch Einsamkeit und persönliche Schwäche ausgelöst und forciert wird. Es sind eigentlich meist harmlose Details, die bei einem labilen Menschen wie Trelkovsky allerdings verheerende Wirkung zeigen. Wie er sich in seine Paranoia hineinsteigert, hat Polanski mit großer Präzision gezeigt. Auch wenn er in diesem Film nicht ganz an die Originalität von "Ekel" anknüpfen kann, erhebt sich Polanskis Film deutlich über Genredurchschnitt. Das liegt auch daran, dass der Regisseur auch vor der Kamera - als Hauptdarsteller nämlich - eine herausragende Leistung bietet.

Foto: Paramount