Martin Dreyer, Junggeselle mit einträglichem Job in einer Werbeagentur, sucht nach dem Tod seiner Mutter Halt in der Wohngemeinschaft mit seinem behinderten Bruder Rainer. Weder Rainer noch die Kollegen ahnen, dass in dem unauffälligen Mann ein Monster schlummert, fasziniert von der kindlichen Unschuld kleiner Mädchen und zwanghaft getrieben, diese auszulöschen. Martins Gereiztheit, seine unberechenbaren Launen, schreibt Rainer der besonderen familiären Situation zu. Dann lernt Martin die zierliche Kindfrau Sonja kennen und drängt sie zu einer überstürzten Heirat. Da weiß er noch nicht, dass Sonja eine kleine Tochter hat, die das tödliche Verlangen erneut in ihm wachruft. Kurz nach der Hochzeitsfeier entdeckt Rainer in den Sachen des Bruders Gegenstände, nach denen die Polizei im Zusammenhang mit den Kindermorden fahndet. Seine Warnung an Sonja kommt zu spät, denn Martin ist bereits allein mit seiner Stieftochter vorausgefahren zum Kurzurlaub an der Nordsee ...

Ein Thriller, bei dem sich das Grauen nicht im Bild, sondern im Kopf des Betrachters abspielt und bei dem der Regisseur eher am Innenleben des gestörten Täters, als an oberflächlichen Reizen interessiert ist. Ulrich Tukur erhielt für seine Darstellung des Kindermörders Martin 1996 die Goldene Kamera.

Foto: 3sat