Parallelen zu lebenden Personen und tatsächlichen Situationen sind ungewollt und rein zufällig! Ex-Schauspieler Did verdient sich seinen Lebensunterhalt als Marktfahrer. Eines Tages wird er von einem früheren Kollegen, der die Öffentlichkeitsarbeit einer rechtsnationalen Partei organisiert, entdeckt und zum neuen Spitzenkandidaten der Partei gemacht. Eine optische Rundumerneuerung, eine gefälschte Biographie und das professionelle Auftreten des Neo-Politikers machen den Ex-Straßenverkäufer zum neuen Politstar. Doch der Schwindel fliegt auf, die Partei lässt Did fallen. Doch nun wollen die Fans Did wieder zurück! Die Parteiführung muss handeln ...

Für Harald Juhnke war die Rolle des verführten Verführers eine Herausforderung: "Die Figur des Did war deswegen so interessant, weil sie zeigt, wie verführbar der Mensch in politischen Dingen ist. Der Papagei ist ein Film, der gerade zu diesem Zeitpunkt (Jörg Haider wurde in Österreich, Franz Schönhuber mit seinen Republikanern in Deutschland immer populärer, Red.) ganz besonders wichtig", so Hauptdarsteller Juhnke. Regisseur Huettner hält der verführten Gesellschaft einen blitzblanken Spiegel vor und zwingt damit zum Nachdenken. So manche Mechanismen, die im "Papagei" gezeigt und erfolgreich umgesetzt werden, greifen auch im wirklichen Leben. Oft unbemerkt und übers Unterbewusstsein fallen wir auf vorgetäuschte Tatsachen herein, die genaueren Untersuchungen nicht standhalten. Für Harald Juhnke als "politischer Rattenfänger" bedeutete "Der Papagei" den schauspielerischen Schritt vom ewig fröhlichen Lebemann zum ernsthaften Charakterdarsteller. Erst danach trauten ihm (und dem Publikum) Regisseure Rollen wie im "Der Trinker" oder den "Der Hauptmann von Köpenick" zu.

Foto: ARD/Degeto