Don Vito Corleone ist der mächtigste Pate von New York. Eines Tages gerät seine Macht ins Wanken: Der Pate will aus moralischen Gründen nicht ins Drogengeschäft einsteigen. Es kommt zum Krieg gegen die konkurrierende Mafia-Familie Tattaglia. Deren erklärtes Ziel ist es, den eigenwilligen Don aus dem Weg zu räumen. Ausgerechnet Sohn Michael, der mit den Geschäften seines Vaters nie etwas zu tun haben wollte, wird nun zum erbarmungslosen Rächer und Nachfolger des Paten ...

Wichtiger als die bloße Handlung in opulenten Bildern ist das Milieu, das Coppola in diesem grandiosen Mafia-Epos in Szene setzte. Das Genre des Gangsterfilms erhielt durch ihn eine neue Dimension. Das organisierte Verbrechen wurzelte nun in den besten gesellschaftlichen Kreisen. Der Pate ist kein neureicher Brutalo. Er besitzt Takt, pflegt Freundschaften und Kontake, überzeugt als liebevoll-sorgendes Familienoberhaupt, speist mit einflussreichen Politikern. Erwähnenswert, dass Mario Puzos Drehbuch 1966 auf wenig Gegenliebe stieß und das Potential erst erkannt wurde, als Puzos gleichnamiger Roman ein Bestseller wurde. Die Filmrechte gingen für einen Spottpreis von 7500 Dollar an die Paramount angesichts der weit mehr als 100 Millionen Dollar, die dieser Film einspielte. Aber es sollte mit der Der Pate II noch besser kommen: Sie brachte sogar das achtfache an Geld ein und heimste mit sechs Oscars gleich doppelt so viele Figuren des wichtigsten Filmpreises wie für Teil 1 ein. Und das, obwohl Oscarpreisträger Marlon Brando als Zupferd Nummer eins nun fehlte. Auch in finanzieller Hinsicht zählten zumindest die beiden ersten "Paten" im Rückblick zu den wichtigsten Filmen der 70er Jahre. Zehn Jahre später gibt es mit dem Gangster-Epos "Es war einmal in Amerika" (1984) ein vergleichbares Highlight. Die kriminellen Geschäfte werden hier mit einer guten Portion Abenteuerlust getätigt, und anders als beim "Paten" steht nicht die Familie, sondern die Lebensgeschichte zweier Jugendfreunde im Mittelpunkt der Rahmenhandlung. 1990 entstand mit "Der Pate - Teil III" schließlich der Abschluss der Trilogie.

1977 schnitt Regisseur Francis Ford Coppola die beiden ersten Teile der Trilogie für die TV-Fassung "Der Pate: Die Saga" in eine chronologische Szenenfolge um und fügte zuvor nicht veröffentlichtes Material hinzu.

Foto: Paramount