Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert stöhnen die Hunsrücker Bauern unter den Abgaben an die französische Besatzungsmacht und den landbesitzenden deutschen Adel. Doch einer steht auf, um gegen die doppelte Unterdrückung anzukämpfen: Johann Bückler, von den geplagten Bauern "Schinderhannes" genannt, kämpft mit seinen bewaffneten Gefolgsleuten für Gerechtigkeit. Wie Robin Hood nimmt er den Reichen und gibt den Armen. Im tollkühnen Handstreich holt der Schinderhannes das Silbergeld, das die Franzosen den Bauern genommen haben, aus Mainz zurück. Und in der Domstadt begegnet ihm auch die Frau, die sein weiteres Schicksal bestimmen wird, die fahrende Sängerin Julchen, die dem Schinderhannes in sein Waldversteck folgt und die Mutter seiner Kinder wird. Doch gleichzeitig bewahrheitet sich die düstere Vorahnung des Räuberhauptmannes, eine Frau werde ihm zum Verhängnis ...

Carl Zuckmayer (1896-1977) war nicht nur Bühnenautor, sondern auch Lyriker und Erzähler. Seine große Bekanntheit ist jedoch weitgehend eine Folge der ungebrochenen Popularität seines dramatischen Werks, wozu neben dem "Schinderhannes" besonders "Der Hauptmann von Köpenick" und "Des Teufels General" gehören. Für die Leinwandversion des Schinderhannes bearbeitete Zuckmayer selbst Dialoge und Lieder. Ein Literaturkritiker schrieb: "Keiner seit Gerhart Hauptmann hat den Menschen so wie er als Kreatur gefühlt und gedichtet." Zuckmayers intensive Menschengestaltung - eine Mischung aus Volkstümlichkeit, Lebensnähe und Lebensenthusiasmus - macht seine gebrochenen Helden so liebenswert realistisch.

Foto: Kinowelt