Darra Adam Khel, ein Provinznest im nordwestlichen Grenzgebiet von Pakistan. Hier lebt der elfjährige Paschtunenjunge Niaz mit seinem verwitweten Vater, der sein Geld - wie fast das ganze Dorf - als Waffenbauer verdient. Niaz soll eines Tages das Geschäft seines Vaters übernehmen, so wie dieser es bereits von seinen Vorvätern übernommen hat. Doch der aufgeweckte Junge hat andere Pläne. Durch die Bekanntschaft mit einem Schriftsteller kommt er mit einem Gut in Berührung, das ihm bis dahin unbekannt war: Bildung. Zusätzlich angeregt durch Briefe seiner Cousine Anousha, will Niaz es dieser gleichtun und in Peschawar zur Schule gehen. Für den Vater, einen einfachen Mann ohne jede Bildung, kommt dieser Bruch mit der Familientradition nicht in Frage. Doch Niaz will sich nicht von seinen Plänen abbringen lassen ...

"Der Sohn des Waffenmachers" ist die erste Regiearbeit des gelernten Rettungssanitäters Benjamin Gilmour, der Pakistan zunächst in dieser Funktion bereiste. Mit Laiendarstellern im Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan gedreht, zeigt Gilmours Werk das dortige Leben nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und die Auseinandersetzungen zwischen Tradition und Moderne sowie Jung und Alt. Mit der Produktion ging Gilmour nicht nur ein künstlerisches Risiko ein: Die Region gilt als Hochburg der Paschtunen und ist für Ausländer äußerst gefährlich.

Foto: ARD/Degeto