Moskau 1903: Grigori Schneider besitzt ein gut gehendes Modehaus. Die Familie genießt das großstädtische Leben im Wohlstand, auch wenn die judenfeindliche Gesetzgebung des Zaren Nikolaus II. erste Einschränkungen mit sich bringt. Die Schneiders mussten, um in Moskau bleiben zu können, zum orthodoxen Glauben konvertieren. Die recht unterschiedlichen Töchter Fania und Tatiana stürzen sich voller Erwartungen auf ihre Zukunft. Die romantisch-verträumte Fania kann sich der aufdringlichen Leidenschaft des antisemitischen Kosaken-Offiziers Wassiliev nicht entziehen. Die aufmüpfige Tatiana hingegen, heißblütig und geistreich, setzt sich für Gerechtigkeit und den demokratischen Fortschritt Russlands ein. Sie hält Verbindungen zu konspirativen, sozialistischen Kreisen, wo sie Itzhak kennenlernt, in den sie sich unsterblich verliebt ...

Diese dreiteilige Familienchronik von Nina Companéez zeigt das Leben der russisch-jüdischen Familie Schneider im Räderwerk der Geschichte. Die Revolution von 1905 und der Petersburger Blutsonntag, der Erste Weltkrieg und die bolschewistische Revolution bilden die historisch-politischen Hintergründe für die Schicksalschläge, die die Familie erleiden muss. Dabei liess die Regisseurin und Drehbuchautorin Begebenheiten der eigenen Familienchronik einfließen. Nina Companéez wurde 1937 als Tochter russisch-jüdischer Einwanderer in Boulogne-Billancourt geboren.

Foto: arte F/France 2/Ciné Mag/J. Morell