Antibes, an der französischen Côte d'Azur, 1955: Die italienische Immigrantenfamilie Rinaldi, bestehend aus Francesco und seiner schwangeren Frau Vittoria, die kleine Tochter Pasqualina und der Großmutter, hat ihr Reiseziel erreicht: mit ihrem spärlichen Gepäck und dafür umso mehr Hoffnung, stehen sie vor dem kleinen zerfallenen Häuschen, das von nun an ihre Heimat sein soll ... 12 Jahre nach ihrer Immigration in die Provence haben sich die Rinaldis gut in ihr Leben in der zweiten Heimat eingerichtet. Francesco kann sich mit seiner Anstellung bei dem gutbürgerlichen Nachbarehepaar Moreau noch etwas Geld als Maurer verdienen und träumt von einem eigenen Haus; seine Frau Vittoria, die nichts mehr von der verarmten Einwanderersfrau aus Kalabrien hat, kleidet sich mittlerweile "à la mode" und eifert dem französischen Lebensstil mit großer Begeisterung hinterher. Die mittlerweile 15-jährige Pasqualina ist mit ihrer strahlenden Schönheit und ihren ausgezeichneten Schulnoten panikergreifender Stolz der Familie. Besonders die kinderlose Madame Moreau ist von dem jungen Mädchen angetan und überhäuft diese mit Geschenken und Zuneigung. Die zwölfjährige Anna, die wie ihre ältere Schwester für Francescos Hilfsarbeiter Gino schwärmt, sonst aber nur wenig mit ihr gemeinsam hat, beobachtet die übertriebene Gönnerhaftigkeit der Moreaus mit großer Skepsis. Vor allem bei ihrer Großmutter, der "Nonna", findet Anna Zuflucht, die ihr oft Geschichten aus der Heimat Kalabrien erzählt und ihr ermöglicht etwas über ihre Herkunft zu erfahren, während der Rest der Familie es vorzuziehen scheint, die eigenen Wurzeln als Preis der Integration dreinzugeben...

Ein autobiographisch gefärbtes Familiendrama von Philoméne Esposito ("Männer ohne Ehre") und gleichzeitig eine Hymne an die Toleranz. Auch wenn die italienischen Immigranten in Frankreich heute nicht mehr auf dem Index der Gesellschaft stehen, so ist die Geschichte dieser Familie repräsentativ für die Integrationsproblematik von Einwanderern jederorts. In der Rolle der jungen Anna überzeugt Salomé Lelouch, Tochter des Regisseurs Claude Lelouch und eine der neuesten Entdeckungen des französischen Films. Sie wirkte bereits in Komödien wie "Tout ça... pour ça" (1992) und "Hommes femmes mode d'emploi" von Claude Lelouch mit und machte 1995 mit ihrer Rolle der Salomé Ziman in dem erfolgreichen Kinofilm von "Les Miserables" - 1996 ausgezeichnet mit einem Golden Globe für den besten ausländischen Film - neben Jean-Paul Belmondo auf sich aufmerksam.